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Fliegerschiessen auf der Axalp

 

Jedes Jahr findet das internationale Fliegerschiessen auf der Axalp ob Brienz statt. Auf der Offiziellen Seite der Armee finden Sie weitere Infos:

Weitere Hinweise

 

Das Parkieren von PWs ist nur auf den markierten und

gebührenpflichtigen Privatparkplätzen gestattet.

Die Zuschauerzonen befinden sich auf 2200 m ü. M. und

können nur zu Fuss und auf den markierten Bergwegen

mit guter Ausrüstung erreicht werden.

Die Vorführungen beginnen jeweils pünktlich um 14.00 Uhr

und dauern zirka 1 Stunde 30 Minuten.

Die Zugangswege werden ab 13.30 Uhr gesperrt.

Das ganze Gebiet des Fliegerschiessplatzes ist als

Gefahrenzone publiziert

Absperrungen dürfen auf keinen Fall verlassen werden

In allen Zuschauerzonen (Ebenfluh, Tschingel und Brau)

stehen WC-Container zur Verfügung

Beim Infostand am Anfang der Axalpstrasse können

aktuelle Informationen über den Anlass bezogen werden

Adresse und Quelle für diese Angaben:

LUFTWAFFE, Flugplatzkommando Meiringen,

CH-3857 Unterbach (BE)

 

Historie Dokumentation als PDF

 

General Henri Guisan (1874–1960) stellt am 15. Juli 1942, also mitten im Zweiten Weltkrieg, anlässlich einer Übung im Gebiet der Schwägalp fest, dass die Flieger ihre Bomben mit grosser Streuung grösstenteils ausserhalb der Ziele verwerfen. Oberst Magron, Beauftragetr Kdo Flieger- und Flabtruppen für die Schiessausbildung der Flz Be-satzungen begründet dies mit der fehlenden Ausbildung der Flieger. Der General erteilt den folgenden Befehl: «Alle Besatzungen von Kampfflugzeugen sind im Waffeneinsatz zur Unterstützung der Erdtruppen im Gebirge auszubilden. Mit der Ausbildung ist umgehend zu beginnen. Der kriegsgenügende Ausbildungsstand der Flieger ist baldmöglichst, spätestens bis Ende März 1943 zu erreichen und dem OBA zu melden».

 

Oberst Magron orientiert den Kdt FF Truppen im Beisein des Stab-schefs am 16.07.1942 und ersucht um Auftrag, einen Flieger-gebirgsschiessplatz zu rekognoszieren und Vorabklärungen administrativ, technisch und fliegerisch an die Hand zu nehmen. Noch im gleichen Monat erfolgt die Suchaktion nach einem geeigneten Gelände aus der Luft mit einer K+W C-35. Am 31.07.1942 wurde das Gebiet südlich der Axalp im Raum Lütschenalp-Brau-Tschingel-Oltschiburg-Bühlen-Wandelhorn-Schwarzenbetg-Wildgerst-Schwarz-horn-Gerstenhorn-Ebenfluh-Lütschental auf seine Eignung fliegerisch durchexistiert und als beste Lösung beurteilt, umsomehr als der Schiessplatz in unmittelbarer Nähe des durch ein Armee-flugparkdetachement belegten Militärflugplatzes Meiringen liegt. Am nächsten Morgen, 01.08.1942, werden die am Vortag festgelegten Zieldarstellungen als erster Versuch durch den Schiessof auf C-35, ohne Waffeneinsatz fliegerisch-taktisch durchexerziert und an-schliessend die Übungen im Kanoneneinzelschuss wiederholt.

August 1942: Obwohl der Fliegerschiessplatz Ebenfluh vollumfänglich im Eidgenössischen Natur- und Wildschutzbezirk Faulhorn liegt, wird im Hinblick auf die derzeitige militärische Lage der Schweiz vom Eidg. Amt für Jagd-, Fischerei- und Gewässerschutz die Bewilligung zur Benützung erteilt.

 

Vom 8.–11.09.1942 wird ein erstes Versuchsschiessen durch sechs Piloten und zwei Beobachter des Ueberwachungsgeschwaders (UeG), mit zwei Flugzeugen C-35 und drei Morane D-3800 durchgeführt. Es bestätigt die bisherigen Abklärungen bezüglich Eignung des Geländes für die zielgerechte Ausbildung der Flugzeugbesatzungen als auch bezüglich der Anforderungen an die Sicherheit.

 

Sonntag, 04.10.1942: Vorbereitung der Organisation und der Befehlsausgabe für den Aufbau des Schiessplatzes. Am Montag, 05.10.1942 treffen die von den Fliegertruppen angeforderten Detachemente und Transportmittel planmässig in Brienz ein. In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch ist um 2400 Uhr die Bereitschaft der provisorischen Infrastruktur für den Beginn des Schiessbetriebs erstellt.

 

Am Mittwoch 7. Oktober 1942, beginnt die Ausbildung der Flugzeugbesatzungen im Erdkampfeinsatz im Gebirge auf der Axalp.

Erster Einsatz: Fl Kp 20 mit Flugzeugen Morane D-3801: 8 Piloten in 4 Patrouillen fliegen Stufe 1a, Übungen 1–4, pro Pilot 2 Flüge mit insgesamt 12 Zielanflügen, total 96 Zielanflüge, auf zwei verschiedene Ziellagen, als Angewöhnung an die Zielerfassung im cvoupierten Gelände, Anflug und Wegflug in der Geländekulisse als Deckung.

Vom 8.–10.10.1942 exerzieren die Piloten der Fl Kp 18–21 (Fl Abt 7) die Grundlagenübungen Stufe 1a durch, schiessen mit MG und Kanonen und erfüllen die Bedingungen.

 

Die erste Ausbildungsperiode dauert vom 07.10.1942–30.04.1943.

An 97 Schiesstagen üben 186 Piloten der 18 Fliegerkompanien (bzw Staffeln). Damit ist der Auftrag des Generals vom Juli 1942 erfüllt.

 

Zweite Schiessperiode: 18.10.194– 05.05.1944.

Vom März bis Mai 1944 wird der Einsatz eines Flugzeuges vom Typ Fieseler Fi 156 Storch bezüglich Möglichkeit von Landung und Start auf Schneefeldern im Gebirge, für Transporte von Personal und Material zwischen Flugbasis und Schiess KP zu militärischen Zwecken und zur raschen Hilfeleistung bei Notlagen und Unfällen im Gebirge getestet. Nach erfolgreichem Abschluss werden zwei Störche von der DMP Dienststelle Meiringen für den Einsatz im Schiessbetrieb ausgerüstet.

 

Dritte Schiessperiode: 09.10.1944–05.05.1945.

Am 09.10.1944 kann das Schiessdetachement das neu erstellte Berghaus KP Ebenfluh als Unterkunft in Betrieb nehmen. Ab 27.10.1944 dient es auch als KP des Schiessleiters.

 

08.05.1945: Kriegsende, anschliessend Entlassung der Armee aus dem aktiven Dienst. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird der bewährte Fl Spl Axalp-Ebenfluh weiterhin zur Ausbildung der Flz Besatzungen im Gebirgseinsatz beibehalten – bis in die heutige Zeit.

 

Im Sommer 1945 wird östlich des KP II beim Hinterhorn, durch Planie der Geröllhalde und Aufschüttungen, der Bau einer Sommerpiste von 15 x 250 m für die Landung mit Fieseler Fi 156 Storch und Bücker Flugzeuge begonnen. Im September 1946 erfolgen die ersten Landungen auf dieser Sommerpiste mit dem Storch und mit Bücker Bü 131 Jungmeister durch Hptm Viktor Hug.

Dezember 1949: Erster Schiessflug eines Düsen-Jagdflugzeugen vom Typ De Havilland D.H.100 Vampire.

 

Erste ausländische Gäste beim Fliegerschiessen auf der Axalp sind am 17. und 18.02.1950 der britische Generalfeldmarschall Montgomery und der britische Generalluftmarschall Lord Tedder.

 

Als Premiere nehmen am 11./12.10.2006 erstmals zwei ausländische Kampfflugzeuge an der Schiessdemonstration teil. Es handelt sich um Dassault Mirage F1CR der französischen Luftstreitkräfte Armée de l'Air. Möglich wurde dies durch den Pilotenaustausch zwischen Frankreich und der Schweiz für Training und Ausbildung. So flog an diesem Anlass ein Schweizer Pilot eine der beiden Mirages F1, ein französischer Pilot die Schweizer F/A-18 Hornet.